Jun
06
2010

Youness Amrani Switch Var­ial Dou­ble Heelflip
Foto Adam Sello


Thomas Weber gewinnt CLASH 2010

Entspan­nte Stim­mung und ein heißes Finale beim CLASH 2010, der in diesem Jahr erst­ma­lig von Relent­less präsen­tiert wurde. Die Skate­halle Berlin bot am 29. und 30. Mai nun zum sech­sten Mal ein Woch­enende mit Skate­board­ing vom Fein­sten. Das bunte Starter­feld inter­na­tionaler Güte zeigte eine Fülle pack­ender Tricks auf Spitzen­niveau, welche auf dem überar­beit­eten und far­blich neugestal­teten Street­par­cour mit dessen frisch instal­lierter Beleuch­tungsan­lage erst richtig in Szene gesetzt wur­den. Nach einem atem­rauben­den, tech­nisch hoch anspruchsvollen Finale kon­nte sich Thomas Weber, der im let­zten Jahr auf Rang drei gelandet war, zum ver­di­en­ten Sieger küren lassen. Auch beim „Death or Glory“ Bowl Jam, der dieses Jahr erst­ma­lig mit Unter­stützung von Zimt­stern stat­tfand, wurde ordentlich Gas gegeben. Hier­bei kon­nte sich der Amerikaner Packy Fancher durch­set­zen.



Neben den punk­tuellen Erweiterun­gen auf der Street­fläche, wie der neuen Granit-Ledge, einiger geschickt platzierter Quar­ter­pipes und einem neuen Rail, war auch der Rest des Gelän­des um die Halle einer Überhol­ung unter­zo­gen wor­den: Café und Außen­bere­ich erschienen in neuem Look, was auch der famil­iären Atmo­sphäre, die den Clash nun schon über ein halbes Jahrzehnt ausze­ich­net, noch oben­drein zugute kam. Im angeschlosse­nen Bier­garten tum­melten sich Besucher und Starter bei – ent­ge­gen schlechter Prog­nose – angenehmem Wet­ter mit Speisen vom Grill, Kalt­getränken und Kaf­fee und disku­tierten die Leis­tun­gen der Fahrer oder bestaunten die Klet­terer am angele­ge­nen Klet­ter­turm. Im Starter­feld fehlten zwar in diesem Jahr einige der ganz großen Namen – so waren neben Lokalmata­dor Jür­gen Hor­war­rth, auch der Vor­jahressieger Bastien Sal­a­banzi und Dauergäste Den­nis Bus­eniz und Vorjahres-Best Trick-Gewinner Klaus Bohms dies­mal nicht anwe­send – doch dafür waren andere hochkarätige Gäste mehr oder weniger überraschend zuge­gen: Inno­va­tions– und Tech­nikwun­der Chris Haslam und Leg­ende Tom Penny.

Und auch der Rest der anwe­senden Fahrer aus allen Ecken der Welt wussten zu überzeu­gen: Vorne weg Lennie Burmeis­ter, der in seinem Heim­park jeden Quadratzen­time­ter Fläche zu nutzen wusste, Den­nis Klüssendorf, die neue Flip-Entdeckung Andrew Langi aus den USA und sein Lands­mann Vince Del Valle, Maxim Genin aus Frankre­ich, der Ham­burger Michi van Fin­tel, Maxim Kruglov aus Sankt Peters­burg, Yan­nick Schall, Thomas Weber, Alex Mizurov und Lem Vilemin. Ein neues Gesicht unter vie­len alten Bekan­nten auf dem CLASH war der „Man of the Minute“ Youness Amrani aus Bel­gien, den spätestens seit dem let­zten Monat, seit seinen knall­harten Inter­views im King­pin Mag­a­zin und im Mon­ster Mag­a­zin jeder ken­nen sollte.

Nach den Street Elim­i­na­tions fol­gte der beliebte „Death or Glory“ Bowl Jam, bei dem die Zuschauer auf­grund der räum­lichen Enge auf dem Table der Rampe fast zu einem Teil der Action wur­den und so im Zusam­men­spiel mit dem hitzi­gen high-speed Ges­nake des Jam For­mats, bei dem teil­weise mehrere Fahrer gle­ichzeitig ver­suchen ihre Lines aneinan­der vor­bei zu manövri­eren, eine zum bersten explo­sive Stim­mung entsteht, die sich dann bei beson­ders waghal­si­gen Aktio­nen, in frenetis­chem Beifall und Boards aufs Cop­ing don­nern entlädt. Die Stim­mung war heiß – ja, so überkochend sogar, dass einer der Zuschauer sich dazu ver­an­lasst fühlte sich Luft zu machen und im Adamskostüm (plus Schuhe, plus gel­ber Weste) eine Runde durch den Bowl zu cruisen und alle Anwe­senden damit zu beglücken. Beglückt und aus dem Häuschen war auch der Amerikaner Packy Fancher, nach­dem er das Event vor dem Münch­ener Kil­ian Heuberger und Jan Tomsovsky aus Tschechien für sich entschei­den kon­nte. Ein Kan­di­dat für Platz eins musste lei­der passen: Tom Penny kon­nte nach einer schw­eren Kol­li­sion nicht mehr starten.

Der Abend des Sam­stags bot neben der wie immer mit qual­i­ta­tiv hochw­er­ti­gen Dj’s beset­zten Party – in diesem Fall DMC World Cham­pion DJ Rafik – auch aus skate­board­kul­tureller Sicht ein inter­es­santes Pro­gramm: Im Freiluftkino der Skate­halle Berlin wurde das „Ein­mal Reicht“-Video der Berliner Skate-Crew „Chin­chillas“ und das Film-Debüt „Micro­cosme“ der freshen franzö­sis­chen Skateboard-Company „Magenta“ uraufge­führt, welche beide zu überzeu­gen wussten.

Das Semi Finale wurde beste­hend aus einem 45 Sekun­den Run und einer 180 Sekun­den Ses­sion für jew­eils drei Fahrer aus­ge­tra­gen, was die Skate­boarder teil­weise an ihre kon­di­tionellen Gren­zen und darüber hin­aus gehen ließ. Dessen ungeachtet war das Level der gezeigten Tricks enorm; tech­nisch anspruchsvolle Tricks sah man in vie­len Fällen aus­ge­führt mit ungeah­n­ter Präzi­sion und Beständigkeit. Die Rails, Ledges und das Dou­ble Set wur­den mit einer Flut an Bangern beack­ert. Maxim Habanecs Frontside sowie Back­side Bigspin Board­slides und Youness Amra­nis Switch Back­tails am neuen Rail und seine Hard­flips am Dou­ble Set waren da nur ein paar Beispiele für Tricks, die wieder und wieder, fast ohne Bails oder Unsicher­heiten genailt wurden.

Im Anschluss ans Semi Final der Män­ner fol­gte der Girl’s Jam, den Diana Kränsel aus Dres­den dank amtlicher Back­side Flips über die Hip gewann. Sarah Meurle aus Schwe­den, die stylis­che Back­tails in der Quar­ter und Ollies am Dou­ble Set zeigte, und Anna Kruse aus Aurich, die zu Beginn ihres Runs den über fünf Meter hohen Wall­ride droppte, lan­de­ten auf den Plätzen zwei und drei.

Vor dem Finale feil­ten alle Qual­i­fizierten weiter an ihren Tricks und Lines. Lei­der feil­ten einige etwas zu inten­siv, und so ver­let­zten sich inner­halb weniger Minuten ein paar der aus­sicht­sre­ich­sten Kan­di­daten teil­weise schwer: Den­nis Klüssendorf, der auf Platz fünf liegende Yan­nick Schall und am schw­er­wiegend­sten: der auf Rang zwei liegende Lem Villemin.

Das Finale selbst begann mit einer Schweigeminute für den kür­zlich bei einem Unfall ver­stor­be­nen Berliner Local Christoph Schwarz. Als diese vorüber war, ging das Spek­takel aber den­noch unter feurigem Beifall los und die zwölf Fahrer gaben nochmal alles, dies­mal mit zwei Runs, ohne Jam. Dabei gelang es Thomas Weber, der schon das ganze Woch­enende mit seiner Mis­chung aus, Wucht mit Leicht­füßigkeit und enormer Sicher­heit bei seinen harten Tech-Stunts ein­drucksvoll gerippt hatte, die größte Schippe draufzule­gen. Und so gewann er knapp aber ver­di­ent vor Alex Mizurov und Lukas Danek.

Nach der wilden „Cash 4 Trick“-Session und der Siegerehrung mit glück­lichen und zufrieden Gewin­nern, Zuschauern und Ver­anstal­tern, war dann eine weit­ere Runde des CLASH vor­bei und man kann begin­nen, die Augen gen 2011 zu richten, denn dank Relent­less Energy Drink, adi­das, Zimt­stern, Planet Sports und Flip Video als Part­ner, wird sicher­lich auch der näch­ste Clash wieder so ein Erfolg wie dieser.

Hier nochmal alle drei High­light­clips von Son­ntag, Death or Glory Bowl­jam und Samstag:


Und nochmal einige Bilder von CLASH 2010:

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FON: 030 29 36 29 66

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